Kategorie: Bookstagram (Seite 1 von 3)

Nachhaltiges Bookstagram: “FAIRreisen” von Frank Herrmann

5. Juni 2024 / NF / Keine Kommentare / Bearbeiten

Im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office haben wir eine neue Lektüreempfehlung. Die Rezension zu “Fairreisen” von Frank Herrmann kommt von zweitwerke.


“Tourismus hat sich vom exklusiven Reisen einiger Privilegierter zu einem Massenphänomen entwickelt und ist in den wohlhabenden Industrieländern zu einem normalen Konsumgut geworden.

Die Folgen gehen mittlerweile weit über eine lustige Ansichtskarte hinaus. Frank Herrmanns Buch ist ein Appell, einen “aktiven” Tourismus zu verfolgen. Die Reisenden sollten das Wissen über die Konsequenzen sowie ihre Alternativen haben und dementsprechend handeln. Auch wenn die Masse an Zahlen und Daten bei Herrmanns Ausführungen leicht überfordert, ist die Aussage sehr klar. Ökologische Folgen kann man nicht pausieren, nicht mal im Urlaub – wer reist, sollte auch Verantwortung übernehmen und planen.

Ein super wichtiges Buch mit jeder Menge Inputs!”


Das Buch finden Sie bei uns in der Bibliothek unter der Signatur SOZ 564 : H18.

Nachhaltiges Bookstagram: “Miese Krise” von Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Annika Le Large

Im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office haben wir eine neue Lektüreempfehlung. Ninon Frank aus der Universitätsbibliothek stellt das Buch „Miese Krise – Alles, was Du über den Klimawandel wissen musst“ von Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Annika Le Large vor.


“Nachdem ich in letzter Zeit vermehrt auf Personen gestoßen bin, die glauben, Beweise dafür zu haben, dass der Klimawandel einen natürlichen Ursprung hat (nämlich durch eine verstärkte Aktivität der Sonne), war ich auf das Buch der Autor*innen sehr gespannt. Dass es im Katapult-Verlag erschienen ist, hat mich vermuten lassen, dass es wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig gut verständlich sowie nachvollziehbar geschrieben ist. Spoiler im Voraus: Ich wurde nicht enttäuscht.

Worum geht es?

Das Buch von Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Annika Le Large von Nachhaltig.Kritisch beschreibt umfassend, was über den Klimawandel bekannt ist und was wir als Individuen tun können, aber vor allem, was auf politischer Ebene geschehen muss.

Dabei machen sie deutlich, dass der Klimawandel nicht linear vonstatten geht, sondern es sogenannte Kipppunkte gibt. Das Bild, das sie dazu verwenden, ist das einer Vase, die immer weiter an eine Tischkante geschoben wird. Fällt sie herunter, zerschellt sie und lässt sich nicht in den Ursprungszustand zurückversetzen. 

Überschreiten wir also gewisse Punkte wie die 1,5°C- oder die 2°C-Grenze, wird das Folgen auf die Erde haben, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können, selbst wenn dann die Temperaturen wieder nachhaltig sinken würden. Dazu zählen große Eisflächen, Korallenriffe, Wälder und Meeresströmungen, die, wenn sie einmal verschwunden sind, nicht wiederkehren werden.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt, die umfassend alles abdecken, was man wissen muss: Sie schildern die heutige Situation, entwerfen ein Szenario für 2030 und 2100, sie gehen auf Ungleichheit ein, sprechen über Kommunikation, Klimagefühle und Mythen und machen am Ende deutlich, wo Wandel geschehen kann und vor allem muss.

Was gefällt dir daran?

Vor allem zwei Dinge: die zahlreichen Facetten und die Sprache.

Kennt Ihr die Psychologists of Future? Ich kannte sie vorher nicht, finde es aber total spannend, dass die Gründerinnen Leah Dohm und Mareike Schulze sich der Psychologie um den Klimawandel widmen. Die Kommentare von so genannten Klimawandelleugner*innen im Kleinen und das Widerstreben der Politik auf hoher Ebene haben verschiedene psychologische Ursachen. Das hat bei mir zu einem Aha-Effekt geführt.

Auch die Form der Kommunikation über den Klimawandel, die dringend geändert werden muss, wird im Buch gut dargestellt. Dass der Klimawandel als einzelnes abgegrenztes Thema behandelt wird, welches mit anderen nichts zu tun hat, führt zu einer Ermüdung. Vielmehr müsste deutlich herausgestellt werden, welche negativen Folgen für das Klima Bauvorhaben, Abholzungen oder andere Eingriffe in die Natur haben bzw. könnte man so auch hervorheben, welche positiven Entwicklungen es gibt, wenn Flächen bspw. entsiegelt oder Wälder mit dem Wissen um die Erderwärmung wieder aufgeforstet werden. Der Klimawandel müsste ein wichtiger Aspekt bei jeder Entscheidung sein, denn – auch das machen die Autor*innen deutlich – es brennt sprichwörtlich und auch im übertragenen Sinne.

Der zweite Aspekt, den ich hervorheben möchte, ist die Sprache: Sie ist gut verständlich, ohne unwissenschaftlich zu sein. An den richtigen Stellen lese ich einen Appell mit, aber er ist nie abgehoben oder spricht mit dem erhobenen Zeigefinger. Die wirklich schönen und hilfreichen Illustrationen von Annika Le Large runden die Inhalte sehr gut ab.

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

„There is no Planet B“, ist eines der Zitate, das aufgegriffen wird. Das Team von Nachhaltig.Kritisch malt und beschreibt zwar auch düstere Zukunftsszenarien, aber sie machen vor allem deutlich, wo wir noch aktiv werden können, um auf den Klimawandel einzuwirken. Es geht im Kleinen, nachhaltiger zu leben, indem man bewusster konsumiert, aber vor allem muss politisch mehr passieren. Der größte Anteil (nämlich drei Viertel) von Treibhausgasemissionen fällt auf den Energieverbrauch. Um dies umfassend auf erneuerbare Energie umzustellen, braucht es politische Vorgaben, die sich leider nicht in einem Wahlzyklus von vier Jahren umsetzen lassen. Doch auch dort gibt es die Hoffnung, dass auf lokaler und kommunaler Ebene mehr Windparks und Solaranlagen genehmigt werden, um auf diese Weise Energie nachhaltiger zu gewinnen.”


Das Buch finden Sie bei uns in der Bibliothek unter der Signatur UMW 112:H19.

Nachhaltiges Bookstagram: „Nach den Fähren” von Thea Mengeler

Im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office haben wir eine neue Lektüreempfehlung. Felicitas Lamp, studentische Hilfskraft im Lese- und Schreibzentrum, stellt das Buch „Nach den Fähren” von Thea Mengeler vor.

Hinweis: Im Rahmen des Literarischen Salons am 28.05. um 18 Uhr, der in der UB-Lounge stattfindet, wird die Autorin aus ihrem Buch vorlesen. Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist kostenlos.

Worum geht es?

Das Buch „Nach den Fähren“ von Thea Mengeler, erschienen 2024 im Wallstein Verlag, spielt auf einer Urlaubsinsel, die früher von Tourismus lebte bis die Fähren und damit die Tourist*innen plötzlich wegblieben. Das Danach steht im Mittelpunkt, es stellt sich die Frage: Wie lässt es sich in diesem Inselkosmos leben? Die verschiedenen Protagonist*innen – von dem Hausmeister über die Doktorin –  gehen mit dem Einschnitt auf verschiedenste Art und Weise um, gemeinsam sind nur die fehlenden Berührungspunkte miteinander.

Bis ein geheimnisvolles Mädchen namens Ada auf der Insel auftaucht und das Leben der Inselbewohner*innen auf ein Neues verändert.

Was gefällt dir daran?

Thea Mengeler hat ein Werk verfasst, welches mit seiner feinfühligen und präzisen Sprache glänzt. Auch die Machart des Buches mit seinen kurzen Kapiteln und klugen Erzählsträngen hat mir sehr gut gefallen. Insbesondere die dichte Atmosphäre und die spannenden Charakterisierungen der verschiedenen Protagonist*innen hat dazu beigetragen, dass ich mich voll und ganz auf den Inselkosmos einlassen konnte und diese Insel gar nicht mehr verlassen wollte.

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

Der Roman hat einen klaren Bezug zum Thema, stellt er doch die Fragen: Was bleibt nach dem Übertourismus? Was bleibt, wenn die Besucher*innen sich nicht mehr dicht an dicht am Sandstrand drängen? Welche Konsequenzen hat es auf Einwohnende, wenn sich das ganze Leben auf die Sommermonate und das Versorgen der Tourist*innen fokussiert und diese plötzlich nicht mehr da sind? In letzter Konsequenz behandelt das Buch auch die Frage, wie wir unser Zusammenleben gestalten möchten.

Das Buch kann ab sofort unter der Signatur GER 531:M17:BN01 bei uns in der UB ausgeliehen werden.

Nachhaltiges Bookstagram: “Park” von Marius Goldhorn

Im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office haben wir eine neue Lektüreempfehlung.

Heute stellt uns Julia Rüegger im nachhaltigen Bookstagram den Roman “Park” von Marius Goldhorn vor. Julia Rüegger hat bis 2020 Philosophie & Literarisches Schreiben an der Uni Hildesheim studiert. Mittlerweile lebt sie als freischaffende Autorin in Basel und beschäftigt sich viel mit dem Anthropozän.

Worum geht es?

Park erzählt die Geschichte von einem wilden Trip, der Arnold von Deutschland über Paris nach Athen führt. Während der Hitzesommer seinen Lauf nimmt und die Fische im Rhein sterben, brechen in beiden Städten Unruhen und Proteste aus, das Wiedersehen mit Arnolds Exfreundin Odile ist weniger romantisch als erhofft – und dann legt ein Starkregen auch noch den Strom in der griechischen Hauptstadt lahm und verunmöglicht Arnolds Ausreise.

Was gefällt dir daran?

Park ist eine Art tour-de-force durch unsere unüberschaubar gewordene Gegenwart; eine scharfsinnige Analyse heutiger Existenz zwischen Hyperkapitalismus, Virtualität und planetarem Ausnahmezustand.

Es zeigt anhand von Arnolds zunehmender Desorientierung und Paranoia, was “global weirding” bedeutet und wie es sich anfühlt, wenn alles gleichzeitig zu schnell, zu nah und zu verflochten ist.

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

Von der ersten bis zur letzten Seite werden ökologische, politische und kulturelle Themen zusammen verhandelt. So reflektiert Arnold das Alter eines Ginkobaums, bevor er per Google Street View durch die Wüste flaniert.
Damit rückt die Erde als Ganze in den Fokus und mit ihr die Frage danach, welchen Platz die Menschheit auf ihr einnehmen soll – und welche Zukunft von diesem Punkt aus möglich ist.


Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter der Signatur GER 531:G57 : BP01. Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Nachhaltiges Bookstagram: neue Empfehlungen

Im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office haben wir neue Lektüreempfehlungen.

Die erste Empfehlung kommt von Anna Krämer – Klimaschutzmanagerin an der Uni Oldenburg. Sie stellt “Das Moor” von Franziska Tanneberger vor.

“Das Buch handelt von einer klassischen Underdog-Geschichte. Der Hauptcharakter, zunächst vollkommen unterschätzt, entpuppt sich im Laufe des Buches als wahrer Held. In diesem Sachbuch ist er: das Moor.

Eine verkannte, nahezu mysteriöse Landschaftsform, die beim zweiten und dritten Hinsehen aber vor Artenvielfalt und Naturschätzen nur so strotzt und sich mit seiner Fähigkeit zur CO2-Speicherung als einer der Hauptakteur*innen gegen die Klimakrise entpuppt.”

Was gefällt dir daran?

“Wie so viele Menschen wusste ich vor der Lektüre des Buches über Moore praktisch nichts. Irgendwie sumpfig eben, Natur halt, aber sonst? Dieses Buch hat mein Interesse an Mooren komplett entfacht und eine große Wissbegierde in mir geweckt – gerade weil bei uns im Oldenburger Umland so viele Moorgebiete zu finden sind.”

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

“Die ökologischen Bezüge zu Nachhaltigkeit liegen auf der Hand: natürlicher Klimaschutz, CO2-Speicherung, Artenvielfalt – all das schwingt beim Thema Moore mit. Aber auch schwierige soziale Fragen, wie die Auseinandersetzung mit Landwirt*innen, die seit Jahrzehnten die Flächen trockenlegen. Mich berührt auch die etwas philosophische Frage, wie man als im Alltag von der Natur entfremdet lebender Mensch wieder ganz neu mit einem nicht ganz eingängigen Landschaftsgebiet in Verbindung kommt. Franziska Tannenberger liebt ihre Arbeit als Moorforscherin und durch ihr Buch kann man ein bisschen in ihre Gummistiefel schlüpfen.”

Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter der Signatur UMW 225 : T05.


Die zweite Empfehlung kommt von Tinka Dittrich, Gründerin des Hilde Lastenrad-Verleihs.

“Worum geht es?➡️ Katja Diehls ‘Autokorrektur’ hinterfragt Deutschlands Autoabhängigkeit, erörtert Autoverkehrsprivilegien, lobbypolitische Mechanismen und die Marginalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen in der Verkehrsplanung.

Über 40 Interviews beleuchten persönliche Perspektiven zur Frage: Willst Du oder musst Du Auto fahren? Sie geben z.B. Einblicke in die Mobilitätsbedürfnisse einer Krankenpflegerin auf dem Land, einer Trans-Frau und eines Rollstuhlnutzers.

Katja Diehl skizziert im Buch ihre Vision einer autofreien Mobilität und macht Lust darauf, den Lebensraum Stadt zurückzugewinnen und Mobilität zu einer gerechteren, klimafreundlichen Form weiterzuentwickeln!”

Was gefällt dir daran?

“Debatten zum Thema Verkehr werden oft emotional und mit sehr viel Bauchgefühl geführt.
Dieses Buch ist das Gegenteil von Bauchgefühl: Katja Diehls prägnante, schlüssige Ausführungen stützen sich auf eine intensive Recherche, diverse Quellenverweise schaffen Transparenz.
Sehr gut gefallen mir auch die Interviews, über die die Lebensrealität verschiedener Menschen vorgestellt werden. Zu oft wird über Menschen geredet, anstatt mit ihnen zu reden und ihnen zuzuhören. Hier habe ich ganz gebannt lesend zugehört.”

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

“Draußen vor der Haustür sind überall Autos. Sie prägen unser Leben – selbst, wenn wir gar kein Auto besitzen. Nicht nur durch die hohen CO2-Emissionen, sondern auch durch ihren immensen Platzbedarf, der den wertvollen öffentlichen Raum belegt. Wie wir öffentlichen Raum nutzen – ob wir ihn für Autos oder Menschen ausrichten – ist nicht nur ein wichtiger Aspekt für die ökologische Säule der Nachhaltigkeit, sondern auch die soziale Nachhaltigkeitssäule.”

Das Buch finden Sie bei uns unter der Signatur BWL 981 : D34.


Die folgende Rezension stammt von Cornelius.

“Das Buch ‘GEBRAUCHSANWEISUNG FÜRS Zugreisen’, geschrieben von Jaroslav Rudis, erzählt von der großen Leidenschaft des Autors für Zugreisen. Aufgrund einer Sehschwäche blieb ihm sein großer Traum, einst selbst Eisenbahner zu werden, verwehrt.

Im Herzen ist er es jedoch geblieben und so beschreibt er mitreißend seine Zugfahrten quer durch Europa, die dortigen Zugstrecken, deren historische Veränderungen, umschreibt beeindruckend die Züge, die sie befahren, erzählt von Bahnhöfen, deren Uhren und Lokalen. Leser*innen bekommen tiefes Fachwissen rund um das Thema Reisen mit der Bahn.”

Was gefällt dir daran?

“Jaroslav Rudis schafft es bei mir mit dieser fulminanten Liebeserklärung an das Zugreisen, eine solche wieder sehr viel bewusster und als tatsächliche Reise wahrzunehmen.

Oft habe ich mich in diversen Speisewagen aus dem Fenster schauend und dem Klang der Schienen lauschend wiedergefunden. Ich habe sehr viel Lust bekommen, mich in den Zug zu setzen und mich bei einem Espresso oder Weißwein einfach treiben zu lassen.”

Wo siehst du einen Bezug zu Nachhaltigkeit?

“In Zeiten des Klimawandels ist jede*r Einzelne dazu aufgerufen, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen, dazu gehört auch das Reiseverhalten und die damit verbundene Wahl des Verkehrsmittels. Das Reisen mit der Bahn ist eins der mit Abstand klimafreundlichsten Verkehrsmittel und spart im Vergleich zu anderen Alternativen, laut Bundesumweltamt, ein Vielfaches an CO2-Emissionen ein. Somit leistet diese entschleunigende Art der Fortbewegung einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit.”

Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter der Signatur GEO 054:R74 : BG21.


Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Bookstagram: “Grauzonen gibt es nicht – Muster sexualisierter Belästigung mit dem Red-Flag-System erkennen” von Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert

Diesen Monat empfehlen wir im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office “Grauzonen gibt es nicht” von Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert. Die Rezension stammt von Nina Wüstemann. Sie ist Referentin im Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim.

“In Grauzonen gibt es nicht – Muster sexualisierter Belästigung mit dem Red-Flag-System erkennen (2020 im ÖBG Verlag erschienen), beschreibt Sara Hassan gemeinsam mit Juliette Sanchez-Lambert ein Alarmsystem, das sexuelle Belästigung auch in vermeintlichen Grauzonen frühzeitig erkennt. Es gibt Betroffenen und Beobachter*innen Instrumente an die Hand, um Machtmissbrauch mithilfe eines Frühwarnsystems zu erkennen und Hilfestellungen, um dagegen vorzugehen.

In den vergangenen Jahren arbeitete Sara Hassan mit verschiedenen internationalen Institutionen, wie beispielsweise dem Europäischen Parlament oder der Heinrich Böll Stiftung in Brüssel, zusammen.  Hassan arbeitet als selbstständige*r Moderator*in und Autor*in und hat den Arbeitsschwerpunkt auf die Schnittstelle von Wissensvermittlung und politischer Bildung gelegt. Ziel ist es dabei, ein Bewusstsein um Machtdynamiken und Gerechtigkeit in den Vordergrund zu setzen. 

Machtdynamiken spielen auch eine zentrale Rolle in Hassans Buch, weshalb die Autor*innen das Red-Flag-System entwickelt haben, um Betroffenen zu helfen, die frühen Phasen von sexueller Belästigung zu erkennen und ihr Vertrauen in ihr eigenes Urteilsvermögen wiederzugewinnen. Denn besonders durch dieses Wissen über die Logik hinter Grenzüberschreitungen sei es möglich, Machtmissbrauch als solchen zu erkennen. Der vorliegende Leitfaden bündelt hierzu das Wissen und die Erfahrungen von Betroffenen, die so oft unsichtbar gemacht werden und stellt Praxisbeispiele und Übungen zur Verfügung. Es ist ein lesenswertes Handbuch, das ermutigt, das Thema Belästigung für sich selbst und für andere zu adressieren.”


Ein zusätzlicher Veranstaltungshinweis: Am 30.11.2023 wird die Autor*in Sara Hassan um 18 Uhr aus dem Buch „Grauzonen gibt es nicht“ online vortragen und darauf eingehen, wie sich erste Anzeichen von sexueller Belästigung identifizieren lassen. Mehr Informationen – auch zur Anmeldung – finden Sie auf der Webseite des Gleichstellungsbüros.


Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter den Signatur FGF 970 : 038. Online ist es über den Verlag auch zugänglich über diesen Link.

Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Ausstellung #NachhaltigesBookstagram

Wann? 13.11. bis 24.11.2023
Wo? UB-Halle der Universitätsbibliothek

Ab sofort findet in der UB-Halle der Universitätsbibliothek eine gemeinsame Ausstellung der UB Hildesheim und des Green Office statt. Präsentiert werden in der Ausstellung alle Bücher, die im Rahmen der Kampagne #NachhaltigesBookstagram auf dem Instagram-Kanal des Green Office und dem Blog der UB vorgestellt wurden, inklusive einer kurzen Rezension zu jedem Titel.

Alle ausgestellten Titel können natürlich ausgeliehen werden.

Bookstagram: zwei Empfehlungen

Dieses Mal haben wir im Rahmen unserer Bookstagram-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Green Office zwei Empfehlungen. Insa Gröneweg hat eine Rezension über “Erklärs mir, als wäre ich 5 – Klimawandel” von Petra Cnyrim geschrieben und Coco von my.own.bookworld über “Waldwissen” von Peter Wohlleben und Pierre L. Ibisch.


“Welchen Einfluss hat eigentlich der Golfstrom? Was ist Greenwashing? Und warum hört man so viel Schlechtes über Windkraftanlagen?

Der Klimawandel ist ein komplexer Prozess und in Gesprächen darüber fallen viele Fachbegriffe. Mit ‘Erklär’s mir, als wäre ich 5 – Klimawandel’ von Petra Cnyrim wird Vieles davon erläutert.

In einfacher Sprache und gut verständlich werden viele wichtige Aspekte des Klimawandels erklärt. Vom Klima an sich über Politik, den Alltag und die negativen Auswirkungen der Klimaerwärmung bis hin zu den Lösungsansätzen. 

Das Buch eignet sich nicht nur ideal für das Gespräch mit Kindern. Es ist auch für Erwachsene sehr gut geeignet, denn sind wir mal ehrlich: Bei der Komplexität des Themas kommt man manchmal einfach nicht mehr mit und da helfen die kurzen, einfachen Erklärungen sehr.”


“Der Wald ist so viel mehr als Bäume! In ihrem ersten gemeinsamen Werk, das umfassend in die Geheimnisse des Waldes einführt, vereinen der berühmte Förster Peter Wohlleben und der Biologe Pierre L. Ibisch ihre Expertise und die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft. Sie bringen Licht ins Dickicht eines hochkomplexen Ökosystems. Anhand faszinierender Beispiele aus der Natur zeigen sie das Zusammenspiel der Pflanzen, Tiere, Mikroben, Viren, Pilze auf.

Sie lassen uns den Wald erleben, wie wir ihn noch nicht kannten: als Supercomputer, Bioreaktor, Baumeister und Regenmacher. Auch wir Menschen sind Teil dieses fein austarierten Systems. Wissenschaftliche Erkenntnisse geben aber auch Anlass, unseren Umgang mit dem Wald kritisch zu hinterfragen. Unsere Geschichte, unsere Kultur, unsere gesamte Entwicklung ist mit dem Wald verbunden. Die Autoren zeigen, wie sehr nicht nur unsere Vergangenheit, sondern vor allem auch unsere Zukunft vom Wald abhängt. Doch wie können wir die Wälder bewirtschaften, ohne dabei unsere Lebensgrundlagen zu zerstören? Gemeinsam blicken die Waldexperten in die Zukunft des Waldes und damit in die Zukunft des Menschen, der ohne Wald nicht sein kann.

Ich liebe die Bücher von Peter Wohlleben und habe mich riesig auf dieses hier gefreut. Sein Buch ‘Waldwissen’ ist ein weiteres Meisterwerk, das uns tiefer in die faszinierende Welt der Wälder führt. Das Buch gliedert sich in verschiedene Kapitel, in denen Wohlleben verschiedene Aspekte des Waldes behandelt. Von der Kommunikation der Bäume über die Rolle der Tiere im Ökosystem bis hin zur Bedeutung von alten Wäldern – jeder Abschnitt ist reich an interessanten Fakten und Erkenntnissen. Ich mochte die Aufmachung des Buches sehr. Es macht wirklich eine große Freude, dieses Buch zu lesen.”


Bei uns in der Bibliothek finden Sie die Bücher unter den Signaturen UMW 112:C53 und UMW 225:W54.

Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Bookstagram: “Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie” von Smarticular

Unsere heutige Bookstagram-Empfehlung stammt von Nina Lajcsak – studentische Mitarbeiterin im Green Office – und dürfte vor allem DIY-Fans erfreuen!

“Ein Buch, in das ich immer wieder gerne reinschaue, ist ‘Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie’ von Smarticular. Es präsentiert eine Vielzahl von einfachen und natürlichen Hausmitteln, die herkömmliche Drogerieprodukte ersetzen können.

Dadurch ist es auch toll als Nachschlagewerk – zum Beispiel, wenn ich einen Tipp suche, wie ich Angebranntes vom Backblech entfernen kann.

Die fünf vorgestellten Hausmittel – Essig, Natron, Kernseife, Soda und Zitronensäure – sind dabei wahre Multitalente und können in verschiedensten Bereichen des Alltags eingesetzt werden. Von natürlichen Reinigungsmitteln für Küche und Bad bis hin zu selbstgemachten Pflegeprodukten. Die Möglichkeiten sind vielfältig und nachhaltig zugleich.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele ‘Haushaltsprobleme’ sich allein mit diesen fünf Hausmitteln lösen lassen – ganz entgegen dem, was das Überangebot in der Drogerie suggeriert. Die Rückbesinnung auf Hausmittel kann außerdem zur Verringerung von Plastikmüll und schädlichen Chemikalien beitragen.”

Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter der Signatur CHE 635 : F74.

Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

Bookstagram: Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch – Wie globale Krisen gelöst werden müssen” von Kristina Lunz

Unsere heutige Buchempfehlung kommt von Nina Wüstemann. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Referentin für Gleichstellung im Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim.

“In der überarbeiteten Taschenbuchausgabe von “Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch – Wie globale Krisen gelöst werden müssen” führt Kristina Lunz die Leser*innen über die Anfänge feministischer Außenpolitik hin zum feministischen Aktivismus und knüpft dabei eingangs an ihr eigenes “feministisches Erwachen” an.

Kristina Lunz stellt fest, dass immer noch alte, weiße, westliche Männer die Politik sowie Theorie und Praxis der internationalen Beziehungen dominieren, wodurch die Bedürfnisse von Frauen und Minderheiten permanent ignoriert würden. Lunz tritt mit ihrem Zentrum für feministische Außenpolitik (CFFP) an, dies zu ändern. Die Politikwissenschaftlerin, Aktivistin und Entrepreneurin denkt Frieden, Menschenrechte und Gerechtigkeit mit Außenpolitik zusammen und will so einen Paradigmenwechsel einleiten.

In ihrem überarbeiteten Bestseller, stellt sie in insgesamt 14 Kapiteln den aktuellen “state of the art” der Debatte um eine (globale) feministische Außenpolitik dar und erläutert plausibel und eindringlich die Zusammenhänge und Notwendigkeiten zur Lösung globaler Krisen und Konflikte indem sie feministische Ansätze mit einzelnen Politikfeldern verknüpft (u.a. Menschenrechte, Klimagerechtigkeit, Migration, Abrüstung, globale Gesundheit).

Als grundlegendes Ziel dient dabei die feministische Sicherheit, die eine Weiterentwicklung der menschlichen Sicherheit ist, sich für die Gerechtigkeit und Gleichberechtigung einsetzt und Machtdynamiken aus einer intersektionalen Perspektive beleuchtet (statt sich an der vorherrschenden militarisierten Vorstellung von staatlicher Sicherheit zu orientieren). Anhand konkreter Beispiele deckt die Autorin die wiederkehrenden Muster patriarchaler Strukturen globaler Politik auf und zeigt zugleich die Möglichkeiten einer gerechteren und sicheren Welt.

Dieses Buch ist ein Plädoyer, veraltete Vorstellungen von Sicherheits- und Außenpolitik in feministischer Weise neu zu denken und sie effektiver und humaner zu gestalten und empfiehlt sich sowohl für thematische Neueinsteiger*innen als auch interessierte Expert*innen. Es reiht sich als Standardwerk in die bestehende Riege feministischer Literatur ein!“

Bei uns in der Bibliothek finden Sie das Buch unter der Signatur FGF830:048.

Sollten alle Exemplare ausgeliehen sein, können Sie eins vormerken. Wie das funktioniert, erklären wir hier.

« Ältere Beiträge